Fachbereich Handel in Bayern

Tengelmann Beschäftigte fordern Schutz und Sicherheit

Tengelmann Beschäftigte fordern Schutz und Sicherheit

Die Beschäftigten von Tengelmann, ver.di, die Katholische Betriebsseelsorge und der „Heilige Prekarius“ setzen am 12.12.2014 ein Zeichen gegen drohende prekäre Beschäftigung und die ungewisse Zukunft der über 5.000 Beschäftigten in Bayern. Durch den Verkauf der Firma Tengelmann an Edeka und deren Ankündigung, die Filialen an selbstständige Einzelhändler auszugliedern, drohen aus Sicht der Gewerkschafter Tarifdumping und ein Generalangriff auf die Betriebsräte, den wichtigsten Schutz für die Beschäftigten. 

In der ironischen Aktion wurde der „Heilige Prekarius“ - Schutzheiliger der prekär Beschäftigten – angerufen, um die Beschäftigten vor Dumpinglöhnen und Arbeit ohne Sicherheit durch Betriebsräte zu schützen.

„Aber auch Schutzheilige können nur durch das Engagement der Beschäftigten und verantwortliches Handeln der Entscheider bei Tengelmann und Edeka etwas bewegen“, so Erwin Helmer, von der Katholischen Betriebsseelsorge in Bayern. 

„Leider mussten wir immer wieder erleben, dass nach Privatisierungen im Lebensmitteleinzelhandel massiver Druck auf die Betriebsräte gemacht wurde, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Anschließend waren Tarifflucht und Lohnkürzungen an der Tagesordnung“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Fachbereichsleiter für den Handel in Bayern. 

„Deshalb kämpfen wir für die Existenzsicherung durch Tarifverträge, den Schutz der Beschäftigten durch Betriebsräte und eine nachhaltige Beschäftigungssicherung, denn Eigentum verpflichtet nicht nur moralisch sondern auch im Sinne unseres Grundgesetzes“, erklärte Manfred Schick, Betriebsratsvorsitzender von Tengelmann in Bayern. 

Erwin Helmer zitierte die Enzyklika Rerum Novarum (Nr. 19): „ Darum spricht der Apostel: ‚Befiehl den Reichen dieser Welt,... dass sie gerne geben und mitteilen,“ und ergänzte: „Deshalb erklären wir uns solidarisch mit den Beschäftigten und kämpfen gemeinsam, dass nicht nur auf dem Rücken der Beschäftigten Geld verdient wird, sondern dass Beschäftigte nicht ohne Schutz und Absicherung verkauft werden dürfen.“

 Hubert Thiermeyer
 Hubert Thiermeyer
 Hubert Thiermeyer
 Hubert Thiermeyer