Fachbereich Handel in Bayern

Betriebsversammlung am 12.03.2015 Tengelmann in Unterschleißheim

2.500 Tengelmänner und -frauen setzen sichtbares Zeichen

 Hubert Thiermeyer

Bei der Betriebsversammlung der Tengelmann Beschäftigten kamen nicht nur mehr als 2.500 Beschäftigte aus München, Augsburg und dem bayerischen Oberland, sondern sie setzten auch ein deutliches Zeichen für ihre Zukunft. Im Mittelpunkt stand die Forderung der Beschäftigten, dass bei den weiteren Verhandlungen mit dem Kartellamt und mit möglichen Übernehmern endlich die Betriebsräte mit eingebunden werden.

„Es kann doch nicht angehen, dass die Zukunft von 16.000 Beschäftigten, davon über 5.000 in Bayern, verhandelt wird und dies über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden wird und sie bestenfalls aus der Presse den aktuellen Stand erfahren“, ärgerte sich Hubert Thiermeyer, ver.di Fachbereichsleiter für den Handel über das Vorgehen des Eigentümers.

Dem Betriebsratsvorsitzenden Manfred Schick stößt besonderssauer auf: „Die Beschäftigten haben auf Millionen Euro an Gehalt verzichtet, um ihren Beitrag zur Sanierung des Unternehmens zu leisten und stellen nun fest, dass sie einfach verkauft werden und über ihre Köpfe hinweg die Entscheidung gefällt wird. Das, obwohl sie das Unternehmen über zwanzig, dreißig Jahre mit aufgebaut und kräftig zum Vermögen der Familie Haub beigetragen haben.

Viele Beschäftigte machen sich Sorgen über ihre Zukunft. Die Ankündigung von Edeka als möglicher Übernehmer, die Filialen nach der Übernahme an selbstständige Kaufleute weiter zu verkaufen, löst massive Ängste aus. „Wir mussten immer wieder erleben, dass nach Ausgliederungen bei Edeka massiver Druck auf die Betriebsräte gemacht wurde, um sie zur Aufgabe zu zwingen und anschließend waren Tarifflucht und Lohnkürzungen an der Tagesordnung“, so Thiermeyer weiter.

„Deshalb kämpfen wir für die Existenzsicherung durch Tarifverträge, den Schutz der Beschäftigten durch Betriebsräte und eine nachhaltige Beschäftigungssicherung, denn Eigentum verpflichtet nicht nur moralisch, sondern auch im Sinne unseres Grundgesetzes“, erklärte Manfred Schick.

Bei der Betriebsversammlung erklärte nicht nur Joachim Unterländer, CSU Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales, seine Unterstützung sondern auch Susanne Ott und Erwin Helmer als VertreterInnen der Arbeitnehmerorganisationen der evangelischen und katholischen Kirche in Bayern.