Berichte aus den Betrieben

H&M - Lager Beschäftigte in Großostheim streiken heute für den …

H&M - Lager Beschäftigte in Großostheim streiken heute für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze!

Streikkundgebung von 09:00 Uhr bis 09:45 Uhr vor Werksgebäude, Stockstädter Str. 10, 63762 Großostheim.
 Peter König
 Peter König

Betriebliche Einigungsstelle wird heute Alternativkonzept zum Erhalt des H&M-Lagers beraten.

Großostheim, 22.03.2018. Seit über sechs Monaten ist die Absicht von H&M bekannt, den Lagerstandort mit über 300 Beschäftigten in Großostheim zu schließen. Bislang hat sich die Arbeitgeberseite geweigert, mit ver.di über den Abschluss eines Beschäftigungssicherungstarifvertrages zu verhandeln. In vielen Gesprächsrunden drängte der Betriebsrat seit Monaten gemeinsam mit ver.di und seiner Rechtsanwältin darauf, H&M von der Schließungsabsicht abzubringen.

Mittlerweile wurde von der Arbeitnehmerseite mit Unterstützung eines Sachverständigen ein realistisches Zukunftskonzept erarbeitet, der den Standort und somit eine Vielzahl der Arbeitsplätze retten könnte, erarbeitet. Am heutigen Tag findet ab 10:00 Uhr unter Leitung eines unparteiischen Vorsitzenden die zweite Sitzung der betrieblichen Schlichtungsstelle, ein sogenannte Einigungsstellenverfahren statt. Ein Betriebsratsmitglied sagt hierzu: „Ver.di liegt goldrichtig mit seiner Forderung, dass unsere Arbeitsplätze hier in Großostheim erhalten werden sollen. Ich finde es furchtbar, dass wir überhaupt dafür kämpfen mussten, dass nun endlich über den Fortbestand unserer Arbeitsplätze verhandelt wird und nicht H&M selbst von sich aus hierfür schon alles erdenkliche getan hat.“

Ver.di-Sekretär Peter König: „Die Beschäftigten sind zu Recht wütend und fühlen sich von H&M betrogen. Wenn H&M seit Jahren vorgibt, alles für seine Mitarbeiter zu tun und sich als sehr sozialer Arbeitgeber gibt, kann leider nur fassungslos zusehen, dass daran in Wirklichkeit überhaupt nichts dran ist.

H&M braucht sich nicht wundern, dass die Beschäftigten nun auf die Barrikaden gehen und nach vielen Monaten immer noch bereit sind, nicht aufzugeben und für ihren Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung kämpfen wollen“. Es ist zynisch, dass H&M bisher nur angeboten hat, dass alle  Großostheimer Mitarbeiter in Hamburg weiter beschäftigt werden und hierfür 2500 Euro erhalten. Einmalig und Brutto wohl gemerkt! Eine Vielzahl der Beschäftigten sind bereits über 50 Jahre alt und empfinden das „Angebot“ von H&M schlicht eine Frechheit, so ver.di-Sekretäre Peter König weiter.

Für weitere Fragen erreichen Sie Peter König unter: 0171 – 4540007.

Hintergrund:
Seit 1999 betreibt H&M in Großostheim auf ca. 40.000 qm ein Lager mit ca. 330 Beschäftigten. Fast 70 % der Beschäftigten sind weiblich. Viele der Mitarbeiter sind mittlerweile über 50 Jahre alt. 30 Schwerbehinderte sind am Standort beschäftigt. Noch bis Sommer 2017 wurden von den „Call off“ Lager ca. 140 Filialen, u.a. große Filialen in München und im süddeutschen Raum beliefert. Nunmehr steuert H&M lediglich ca. 60 kleine Filialen vorwiegend im Osten Deutschland aus Großostheim an. Ende August 2017 wurde durch Zufall bekannt, dass H&M beabsichtigt, das Lager Mitte 2018 zu schließen. Seitdem kämpft der Betriebsrat und ver.di mit vielen Aktionen für den Erhalt der Arbeitsplätze in Großostheim.

 Peter König
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