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Erneut Streiks im bayerischen Einzelhandel

Erneut Streiks im bayerischen Einzelhandel

Kampf gegen Alterarmut im Handel kennt keine Pause 06.06.2019

 

München, 05.06.2019. Nach den unzähligen erfolgreichen Streiks im bayerischen Handel werden ab dem 06.06.2019 erneut Beschäftigte im bayerischen Handel zu Streiks aufgerufen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten in über 30 ausgewählten Betrieben der Unternehmen Selgros, Lidl GmbH & Co KG, Hennes & Mauritz, ZARA, Edeka,
Dehner Gartencenter, Amazon, Esprit, Kaufland, Douglas, METRO C+C, IKEA, Marktkauf, Galeria Kaufhof und IKEA zum Streik auf. Die Beschäftigten von Karstadt werden zu einem Partizipationsstreik aufgerufen.

 „Die Beschäftigten im Handel sind vielfach echte Lebenskünstler, wie sie es schaffen, bei ihren Gehältern in Städten wie München oder Nürnberg ihr Leben bestreiten zu können. Deshalb ist ihr Kampf für höhere Entgelte auch immer ein Kampf gegen drohende Altersarmut und um Wertschätzung und Würde“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer für den Einzelhandel in Bayern.

"Die Handelskonzerne haben in den letzten Jahren ihre Gewinne drastisch gesteigert und nun sollen die Beschäftigten, welche diese Gewinne erwirtschaftet haben, von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden. Das ist ein Skandal und fordert unsere Antwort“, erläutert Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer für den Groß- und Außenhandel in Bayern.

Bei den Tarifverhandlungen im Einzel- und Versandhandel boten die Arbeitgeber 1,5 % in diesem Jahr und 1,0 % im nächsten Jahr. ver.di fordert 1 € mehr in der Stunde als Erhöhung für dieses Jahr. Im Groß- und Außenhandel boten die Arbeitgeber 2,0 % in diesem Jahr und 0,5 % im nächsten Jahr. ver.di fordert für dieses Jahr eine Erhöhung um 6,5 %. Die Auszubildenden in beiden Branchen sollen 100 € mehr bekommen. Im Kampf gegen den Vernichtungswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten fordert ver.di vom Handelsverband die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge für alle Beschäftigten und Unternehmen.

Die Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel werden am 14.06.2019 fortgesetzt. Die Tarifverhandlungen im bayerischen Groß- und Außenhandel gehen am 17.06.2019 in die dritte Runde.

Ansprechpartner:

Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer Einzelhandel       0170 / 334 13 45

Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer Großhandel         0171 / 480 88 82

Dominik Datz, ver.di Streikleiter München und Rosenheim          0170 / 910 59 20

Peter König, ver.di Streikleiter                                                       0171 / 454 00 07
Würzburg/Aschaffenburg/Schweinfurt

Gabriele Ziegler, ver.di Streikleiterin Mittelfranken                       0160 / 964 893 48

Sylwia Lech, ver.di Streikleiterin Schwaben                                   0170 / 916 43 99

Manuela Karn, ver.di Streikleiterin Kempten                                  0160 / 901 318 02

 

Hintergrundinformation:

Im Einzel- und Versandhandel in Bayern arbeiten ca. 535.000 Beschäftigte, davon sind ca. 300.000 Beschäftigte vom Tarifvertrag betroffen.
Im Groß- und Außenhandel in Bayern arbeiten ca. 260.000 Beschäftigte.

Im Vorfeld der Tarifrunde führte ver.di eine breite Beschäftigtenbefragung im bayerischen Einzelhandel durch, an der sich knapp 4.000 Beschäftigte beteiligt hatten. Dort haben 46 % angegeben, ihr Arbeitseinkommen reicht nicht zum Leben aus und 49 % der Aussage zustimmen, ihr Arbeitseinkommen reiche gerade so zum Leben aus. Ebenfalls antworten 60 % mit einem klarem „Nein“ auf die Frage, ob ihre Rente zum Leben reichen wird. Weitere 35 % antworten auf diese Frage mit einem „eher Nein“.