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Arbeitgeber müssen Farbe bekennen!

Arbeitgeber müssen Farbe bekennen!

Vierte Tarifverhandlung im Groß- und Außenhandel Bayern 06.09.2021

 

Am Dienstag, den 07.09.2021 gehen die Tarifverhandlungen im bayerischen Groß- und Außenhandel in die vierte Runde. Die bisherigen ergebnislosen Tarifverhandlungen haben dazu geführt, dass in zahlreichen Streikaktionen mit über 1000 Streikenden die Beschäftigten deutlich gezeigt haben, was sie von dem bisherigen Arbeitgeberangebot halten. Der Forderung der Beschäftigten nach Respekt und Wertschätzung durch Tariferhöhungen, die Reallohnverlust verhindern und die drohende Altersarmut bekämpfen, folgt eine deutliche Erwartung an die Arbeitgeber.

„Dass die Arbeitgeberseite im bisherigen Verlauf der Tarifrunde auf Kosten der Beschäftigten ihre Profite erhöhen will, ist skandalös. Trotz einer guten wirtschaftlichen Ausgangslage in der Branche bieten die Arbeitgeber bisher nur Reallohnverlust. Dem nicht genug, wollen sie auch noch die Beschäftigten in „Gute“ und Schlechte“ einteilen. Mit dieser Haltung lassen sie bisher nicht nur Respekt und Anerkennung vermissen, sondern schüren auch noch die drohende Altersarmut in der Branche. Dass man sich dabei auch noch hinter der Pandemie versteckt, ist unredlich. Die Arbeitgeber müssen Farbe bekennen, ob sie Tarifpolitik für oder gegen die Beschäftigten machen wollen,“ erklärt der ver.di Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck verärgert.

„Richtig wütend hat die Beschäftigten gemacht, dass die Arbeitgeber einerseits nur 1,5% angeboten haben aber andererseits der Arbeitgeberverband im bayerischen Groß- und Außenhandel seinen Mitgliedsfirmen eine Erhöhung von 2 % empfiehlt. Das zeigt deutlich, dass die Arbeitgeber weiter auf Reallohnverlust bei den Beschäftigten setzen. Wir erwarten Bewegung bei den Arbeitgebern und ein Angebot, das die Realitäten der Beschäftigten gerecht wird, “ sagt Gürlebeck weiter.

 Konkret boten die Arbeitgeber, bei einer Laufzeit von 24 Monaten, für wirtschaftlich starke Unternehmen eine Erhöhung zum 1.9.2021 von 1,5%. Beschäftigte in pandemiebetroffenen Unternehmen sollen frühestens zum 1.3.2022 eine Erhöhung von 1,5% erhalten. Im 2. Jahr der Laufzeit sollen Beschäftigte in wirtschaftlich starken Unternehmen zum 1.3.2022 eine Erhöhung von 1% erhalten. Beschäftigte in pandemiebetroffenen Unternehmen sollen frühestens im November 2022 eine Erhöhung von 1 % erhalten. In wirtschaftlich starken Unternehmen sollte es Juli 2021 eine Einmalzahlung von 150€ geben.

Die Tarifverhandlung findet um 11:00 Uhr im Kolpinghaus München statt.

Ansprechpartner: Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer  Tel. 0171 – 480888

Hintergrundinformation zum Großhandel:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di, fordert für eine Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütung um 4,5 % plus 45 € im Monate. Die Laufzeit des Entgelttarifvertrags soll 12 Monate betragen.

Der abgeschlossene Entgelttarifvertrag soll dann für allgemeinverbindlich erklärt werden und so Dumpingkonkurrenz und Verdrängungswettbewerb wirksam zu bekämpfen.

Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe will ver.di durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigtensicherung erreichen.