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Tarifverhandlungen im bayerischen Einzel- und Versandhandel gehen …

Tarifverhandlungen im bayerischen Einzel- und Versandhandel gehen in die dritte Runde

Wertschätzung auch beim Gehalt 30.06.2021

 

München, 28.06.2021.Am kommenden Dienstag, den 29. Juni gehen die Tarifverhandlungen des bayerischen Einzel- und Versandhandels in die dritte Runde. Der bisher enttäuschende Verlauf der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten führte zu knapp 400 Streikaktionen in über einhundert Betrieben in Bayern. Die Erwartung der Streikenden an die Arbeitgeber ist sehr eindeutig: Sie fordern nach der massiven Bewegung in den Betrieben nun auch Bewegung bei den Tarifverhandlungen. Respekt und Wertschätzung für die Leistung der Einzelhandelsbeschäftigten muss sich nach Überzeugung von ver.di auch bei den Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen wiederspiegeln.

„Streikende haben in mutigen und beeindruckenden Aktionen eine deutliche Botschaft an die Arbeitgeber gesendet. Sie wollen für ihre hervorragende Arbeit Respekt und Wertschätzung, vor allem durch Löhne und Gehälter, von denen die Menschen ihr Leben bestreiten können und nicht von Altersarmut bedroht sind“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

ver.di fordert für die Beschäftigten 4,5 % plus 45 € Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen und ein Mindestentgelt von 12,50 € bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Damit die Dumpingkonkurrenz und der Vernichtungswettbewerb wirksam bekämpft werden fordert ver.di von den Arbeitgebern die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge. 

Die Tarifverhandlungen beginnen am 29.06.2021 um 11.15 Uhr und finden auf Wunsch der Arbeitgeberseite in digitaler Form statt.

 Für Rückfragen:Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer   0170 / 3341345

 Hintergrundinformationen:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert in beiden Branchen eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 % plus 45 € im Monat. Im Einzel- und Versandhandel sollen die unteren Beschäftigtengruppen und Löhne auf ein Mindesteinkommen von 12,50 € in der Stunde angehoben werden. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Die Tarifverträge des bayerischen Handels sollen wieder allgemeinverbindlich werden, damit Dumpingkonkurrenz und Vernichtungswettbewerb wirksam bekämpft werden. Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe will

In der 2. Tarifverhandlung am 8.06.2021 boten die Arbeitgeber für 2021 nach zwei Nullmonaten 1,0 %, erst in 2022 weitere 1,4 % und nach 24 Monaten soll es bei einer Laufzeit von 36 Monaten 2,0 % geben. Eine nicht tabellenwirksame Einmalzahlung von 1,4% des individuellen Bruttomonatsgehalt für die Monate Juli 2021 bis April 2022 soll das Angebot ergänzen.

Für Unternehmen, die von Pandemieauswirkungen betroffen sind soll es 2021 keine Erhöhung geben, erst zum 1.03.2022 soll es 1,0 %, zum 1.11.2022 1,4 % und zum 1.11.2023 2,0 % geben. Die Einmalzahlung sollen die Beschäftigten nicht erhalten.

ver.di will durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung erreichen.

Die Legitimität der beschlossenen Forderungen untermauert eine breite Beschäftigtenbefragung, an der sich binnen vier Wochen knapp 4.200 Kolleginnen und Kollegen beteiligten. Dort gaben 64 % an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. 81 % schätzten ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt. 76 % unterstützen eine überproportionale Anhebung der unteren Einkommen und 90 % fordern die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel. 

Im bayerischen Einzel- und Versandhandel sind lt. Bundesagentur und IAB 553.000 Menschen beschäftigt. Knapp 50 % der Beschäftigten arbeiten in Teilzeit und 70 % der Beschäftigten sind Frauen. 2020 erwirtschafteten laut Statistischen Bundesamt die Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel nominal 7,9 % mehr Umsatz und real 6,8 % mehr Umsatz.