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2. Tarifverhandlung im bay. Großhandel - Arbeitgeber bieten Reallohnverlust …

2. Tarifverhandlung im bay. Großhandel - Arbeitgeber bieten Reallohnverlust an

09.06.2021

 

München, 09.06.2021. Nach Streikaktionen in 13 Betrieben mit knapp 1000 Streikenden kam es in der zweiten Verhandlungsrunde zur Entgelterhöhung für die Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel zu einem ersten Angebot der Arbeitgeberseite. Allerdings kommt dieses Angebot einer Reallohnsenkung gleich. 

„Die Arbeitgeberseite war heute gefordert, ein Angebot zu unterbreiten, das die Realitäten wiederspiegelt und dem unermüdlichen und herausragendem Einsatz der Beschäftigten gerecht wird. Was uns angeboten wurde ist nicht nur weltfremd, sondern lässt jegliche Wertschätzung und Respekt gegenüber den Beschäftigten vermissen. Dass dieses Angebot eine deutliche Reallohnsenkung bedeuten würde, ist an sich schon skandalös. Es bedeutet aber auch, dass die Arbeitgeber die drohende Altersarmut der Beschäftigten billigend in Kauf nehmen und noch anfeuern,“ erklärt der ver.di Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck verärgert. 

„Nicht nur, dass die die Arbeitgeber im bayerischen Groß- und Außenhandel weitgehend von den Auswirkungen der Pandemie verschont blieben, konnte die Branche dank ihrer Schlüsselfunktion im Wirtschaftssystem noch gute Ergebnisse erzielen. Dass sich jetzt eine ganze Branche hinter die wenigen Krisenbetriebe versteckt, ist mehr als unredlich,“ sagt Gürlebeck weiter. 

Konkret boten die Arbeitgeber, bei einer Laufzeit von 24 Monaten, für wirtschaftlich starke Unternehmen eine Erhöhung zum 1.9.2021 von 1,5%. Beschäftigte in pandemiebetroffenen Unternehmen sollen frühestens zum 1.3.2022 eine Erhöhung von 1,5% erhalten. Im 2. Jahr der Laufzeit sollen Beschäftigte in wirtschaftlich starken Unternehmen zum 1.3.2022 eine Erhöhung von 1% erhalten. Beschäftigte in pandemiebetroffenen Unternehmen sollen frühestens im November 2022 eine Erhöhung von 1% erhalten. In wirtschaftlich starken Unternehmen soll es im Juli 2021 eine Einmalzahlung von 150€ geben. 

„Klar ist, dass wir jetzt noch mehr Druck auf die Arbeitgeber aufbauen müssen und werden. Anders werden wir kein akzeptables Angebot von den Arbeitgebern bekommen,“ sagt Gürlebeck abschließend. 

Die nächsten Tarifverhandlungen finden am 24.06.2021 statt.

Ansprechpartner: Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer, Tel. 0171 – 480888

Hintergrundinformation zum Großhandel:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di, fordert für eine Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütung um 4,5 % plus 45 € im Monate. Die Laufzeit des Entgelttarifvertrags soll 12 Monate betragen.

Der abgeschlossene Entgelttarifvertrag soll dann für allgemeinverbindlich erklärt werden und so Dumpingkonkurrenz und Verdrängungswettbewerb wirksam zu bekämpfen.

Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe will ver.di durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigtensicherung erreichen.